Swissmint Sondermünzen: Von der Teilchenphysik bis zur Uhrenmechanik
Das Sondermünzen-Programm der Eidgenössischen Münzstätte
Die Eidgenössische Münzstätte Swissmint in Bern prägt seit 1855 die Schweizer Umlaufmünzen und produziert seit 1936 Sondermünzen zur Erinnerung an kulturelle und historische Ereignisse sowie bedeutende Persönlichkeiten. Jede dieser Prägungen gilt als Kleinstkunstwerk und wird in limitierter Auflage mit offiziellem, staatlich garantiertem Nennwert herausgegeben.
Die aktuellen Ausgaben umfassen Münzen aus verschiedenen Materialien:
- Silbermünzen (20 Franken): Feinsilberlegierung (999/1000), Durchmesser 33 mm, Gewicht 20 g
- Goldmünzen: Verschiedene Nominale (25, 50, 100, 250 Franken)
- Bimetallmünzen (10 Franken): Kombination aus verschiedenen Metallen
Für 2026 sind unter anderem die Silbermünze «Genfersee» als dritte Ausgabe einer vierteiligen Serie sowie die Bimetallmünze «Tier des Jahres: der Igel» angekündigt. Ebenfalls erscheinen die Jahressätze 2026 sowie spezielle Geburtstags- und Geschenk-Münzsätze.
Historische Entwicklung des Schweizer Münzwesens
Von keltischen Statere zum römischen Denar
Die älteste in der Schweiz gefundene Münze ist eine griechische Obole aus Marseille, entdeckt in Vevey in einem Grab von 250-200 v.Chr. Ab dem 3. Jahrhundert v.Chr. prägten die Helvetier keltisches Geld in Nachahmung der Statere Philipps II. von Makedonien. Während der Römerzeit (1.-4. Jahrhundert n.Chr.) prägten die Münzstätten von Nîmes und Lyon die im heutigen Schweizer Gebiet umlaufenden Stücke.
Mittelalterliche Fragmentierung
Vom 9. bis 14. Jahrhundert vergrösserte sich die Zahl der Münzstätten erheblich. Bischöfe, Städte und Klöster prägten eigene Währungen. Im 13. Jahrhundert schlossen sich Zürich und Basel zum Rappenmünzbund zusammen, um Handelsvereinfachungen zu schaffen. Bis 1798 existierten über 50 verschiedene Münzstände auf Schweizer Boden.
Die Einführung des Schweizer Frankens
Die Bundesverfassung von 1848 zentralisierte das Münzrecht beim Bund. Das Münzgesetz vom 7. Mai 1850 etablierte den Schweizer Franken mit einer Unterteilung in 100 Rappen als einheitliche Währung. 1865 trat die Schweiz der Lateinischen Münzunion bei, die bis 1926 bestand.
Die bekannteste Goldmünze, das Vreneli (20 Franken), wurde zwischen 1897 und 1949 geprägt. 2025 erscheint eine Jubiläumsausgabe «100 Jahre 100-Franken Vreneli». Aufgrund steigender Silberpreise stellte man 1967/68 die Produktion von Silbermünzen ein und ging zu Kupfer-Nickel-Legierungen über. Diese Legierung zeichnet sich durch schwache magnetische Eigenschaften aus.
Aktuelle Editionshighlights im Detail
Die Silbermünze «CERN» (2025)
Am 13. März 2025 lancierte die Swissmint eine 20-Franken-Silbermünze, die das Europäische Laboratorium für Teilchenphysik CERN ehrt. Die Münze besteht aus 20 Gramm Feinsilber (999/1000) mit 33 mm Durchmesser. Die Bildseite zeigt im comicartigen Stil die Kollision zweier Teilchen mit dem Schriftzug «UNIVERSE OF PARTICLES». Die Wertseite präsentiert eine Querschnittsaufnahme eines Teilchenbeschleunigermagnets umrahmt von «CONFOEDERATIO HELVETICA 2025». Die Auflage beträgt 7'500 Exemplare (unzirkuliert, 25 Franken) und 3'500 Exemplare (polierte Platte, 79 Franken).
Die Goldmünze «Timemachine» (2022)
Die am 29. September 2022 erschienene 25-Franken-Goldmünze würdigt die Schweizer Uhrenindustrie. Es handelt sich um die erste Goldmünze von Swissmint mit diesem Nennwert, die in den Umlauf gelangt. Der Bieler Künstler Remo Lienhard (Signatur WES 21) gestaltete die Münze mit Uhrwerk, Zahnrädern und einer Weltkugel, wobei die Schweiz hervorgehoben ist. Die Wertseite zeigt ein Zahnrad mit Kompassrose, wobei die Himmelsrichtungen durch die Buchstaben W, E, S und die Ziffer 21 ersetzt sind.
Die Silbermünze «Die Schweiz» (2024)
Zum inoffiziellen Geburtstag der Schweiz am 12. September 1848 (Inkrafttreten der Bundesverfassung) erschien am 12. September 2024 die 20-Franken-Silbermünze «Die Schweiz». Die Vorderseite zeigt repräsentative Elemente der Schweiz, während die Rückseite alle kantonalen Wappen um ein zentrales Schweizerkreuz gruppiert. Die Auflage umfasst 7'500 Stück (unzirkuliert), 4'800 Stück (polierte Platte) sowie 200 Stück mit Künstlerzertifikat.
Diese limitierten Prägungen sind im offiziellen Swissmint-Online-Shop sowie bei ausgewählten Münzhändlern erhältlich.